Max Ernst



Max Ernst - Wer ist das?


Bild nach: "Landschaft mit Getreidekorn" (Paysage au germe de blé) 1936;
Die Arbeit setzt sich aus 80 einzelnen Bildern verschiedener Schüler zusammen

"Kein deutscher Maler unseres Jahrhunderts hat so revolutionär die traditionellen abendländischen Bildauffassungen angegriffen wie Max Ernst. Keinem Künstler unseres Jahrhunderts verdankt die bildende Kunst so viele technische Erfindungen wie ihm, und dennoch zählt er zu den Malern der Gegenwart, die über einen internationalen Kreis von Händlern, Sammlern, Kunstwissenschaftlern ... hinaus wenig bekannt sind ".



1891 wird Max Ernst in Brühl geboren. Sein Vater ist Taubstummenlehrer und malt in seiner Freizeit. Obwohl auch Max gerne zeichnet und malt, soll nach dem Willen der Eltern kein Künstler aus ihm werden. So schreibt er sich als Student der Psychologie und Philosophie an der Universität Bonn ein. Allerdings vermeidet er nach eigenen Aussagen - "alle Studien, die zum Broterwerb ausarten können". Mit August Macke schwärmt er von neuen und kühnen Ausdrucksformen der Kunst. Doch all dem wird jäh ein Ende gesetzt. Der erste Weltkrieg bricht aus und Max Ernst wird Soldat. Über diese Zeit sagt er selber :"Max Ernst starb am 1. August 1914. Er kehrte zum Leben zurück am 11. November 1918 als junger Mann, der ein Magier werden und den Mythos seiner Zeit finden wollte ". Er findet Zugang zu den Dadaisten, jungen Künstlern, die - nachdem die gesellschaftliche Ordnung zerbrochen ist - gegen alles Etablierte, gegen Ordnung und Moral, Logik und Vernunft protestieren. Auch in Köln kommt es zu Ausstellungen, die wegen wütender Proteste polizeilich geschlossen werden. Um diese Zeit beginnt Max Ernst neue Techniken zu erfinden und mit ihnen zu experimentieren. Er übermalt Prospektabbildungen einer Kölner Lehrmittelfirma und schafft unwahrscheinliche neue Wirklichkeiten, traumhafte Szenen hoch über jeder Realität. Die Übermalung ist aber nur eine von vielen Methoden, die Max Ernst zur Verfremdung einsetzt. Seine besondere Fähigkeit, vorgefundene Bildstruktur losgelöst von ihrer gemeinten Bedeutung wahrzunehmen, erlaubt es ihm neue Inhalte in sie hineinzudeuten. Mit wenigen Änderungen verdreht er einen Bildsinn oder läßt ihn ins Irreale abgleiten. 1921 stellt Andre Breton, der spätere Begründer des Surrealismus, Collagen von Max Ernst aus. Ein Jahr später siedelt Max Ernst ganz nach Paris um und wird Mitglied der Künstlergruppe der Surrealisten. Während des zweiten Weltkriegs gelingt es ihm, nach Amerika auszureisen. Er lebt und arbeitet in Arizona. 1953 kehrt er wieder nach Paris zurück. Zu seinem 80. Geburtstag werden in Frankreich, Deutschland und den USA große Retrospektiven seines Lebenswerkes veranstaltet. Am Vorabend seines 85. Geburtstags stirbt Max Ernst 1976 in Paris.



Schülerarbeit nach Max Ernst
"Das Festmahl der Götter" (Le régal des dieux) 1948



Schülerarbeit nach Max Ernst
"Nach uns die Mutterschaft" (Après nous la maternité) 1927




Max Ernst und unsere Schule

Ungewöhnlich erscheint sicherlich vielen der Beschluß der Schulkonferenz, Max Ernst zum Namenspatron zu machen. Was kann das "MaxErnstige" einer Schule ausmachen? Schule soll den Kindern und Jugendlichen nicht nur beibringen, mit Zahlen, Wörtern und Begriffen zu hantieren, um die Welt zu begreifen. Künstleriche Betätigung gibt uns daneben die Möglichkeit, Wirklichkeit mit anderen Teilen der Person wahrzunehmen. Vorgegebenes kann spielerisch umgedeutet und verfremdet werden. Nicht nur Logik und Rationalität, sondern auch Phantasie und Witz sind wichtige "Lebenstechniken". Max Ernst steht für ein solches Programm.